Die britische Traditionsmarke KEF entwickelte in den 80ern revolutionäre Technologien, deren Früchte in den 90er Jahren in teils bahnbrechende Boxenmodelle einflossen.
Allen voran die Uni-Q-Systeme, die ein zukunftsweisendes, tonangebendes High-End-Statement markierten. Teil 4 der fünfteiligen KEF-Jubiläumsserie in AUDIO.
Top-Acts wie Björk, Sinéad O’Connor, Nirvana oder Brit-Pop-Größen wie Blur, Pulp und Oasis fegten ab 1990 die synthielastigen Sounds der 80er mit frischen Tönen hinweg – musikalisch standen die 90er Jahre für einen Aufbruch zu neuen Ufern. Und auch technologisch tat sich einiges. In den 90er Jahren revolutionierte auch die High-End-Schmiede KEF am River Medway, in der Grafschaft Kent, die HiFi-Szene dank innovativer Technologien im Lautsprecherbau.
1992 wurde KEF von der multinationalen asiatischen Gold-Peak-Gruppe übernommen – hier die zu Hongkong gehörende GP-Firmenzentrale.
„Das will ich besser machen – und das kann ich besser machen,“ lautete das Credo von Firmengründer Raymond Cooke nach wie vor. Diesen Anspruch konnte der ehemalige Elektrotechniker der BBC in den 90er Jahren in eine neue Dimension führen.
KEF-Meilensteine: Ab 1991 sorgten die Uni-Q-getriebenen Modelle der Q-Serie für viel frischen Wind in der Lautsprecher-Szene – hier die ersten Generationen im Duett.
Dazu leisteten auch frühere Pioniertaten von KEF ihren Beitrag. Bereits in einer Zeit, als Computer noch sündhaft teure, schrankgroße Monster waren, setzte Cooke auf eine computergestützte „ganzheitliche Systementwicklung“. Auch das stete Forschen nach neuen, optimalen Materialen trieb die Qualität der KEF-Modelle stets weiter voran – Gutes wurde noch besser. Bereits in den späten 80er Jahren hielten neue magnetische Materialien wie Neodym, Eisen und Bor Einzug in den Herstellungsprozess.
Die Stoffe wiesen die zehnfache Leistungsfähigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Lautsprechermagneten auf und wurden von der NASA entwickelt. Sie sollten die Ära des revolutionären Uni-Q-Systems von KEF einläuten, bei dem der Traum einer einzigen Klangquelle wahr wurde: Hochtöner konnten nun so klein gehalten werden, dass sie sich in die Schwingspule und damit in das akustische Zentrum des Basstreibers einpassen ließen. Das Prinzip erweitert den optimalen Hörbereich und fördert die Natürlichkeit des Klangs.
KEF-Surround-Sets (hier eine Kombination aus Model 20B, 30B, 60S und 80C) versammelten ab Mitte der 90er Jahre wirklich die ganze Familie vor dem Heimkino. Wenn ob des knackig-präsenten, zum Abheben schönen Klanges dann noch jemand die Ohren hängen ließ, lag das ausschließlich an biologischen Faktoren oder an einer ungünstigen Sitzposition.
Das war ein Meilenstein für KEF und die HiFi-Welt – und der Gnadenstoß für den sogenannten „Sweet Spot“. Das Vier-Wege-Modell 105/3 ging als erster Wandler der Reference-Serie mit Uni-Q in die Firmenhistorie ein. Doch damit nicht genug des Tatendrangs: Nahezu zeitgleich engagierte sich KEF im „Eureka“-Projekt zusammen mit Bang & Olufsen und der Technischen Universität von Dänemark, um den Einfluss des Hörraums auf die Performance von Lautsprechern zu erforschen. All diese Ansätze und Aktivitäten führten 1990 zunächst zu einem technischen Facelift der Reference 107.
Jubiläen feiert man gerne – umso mehr, wenn sie eine Erfolgsgeschichte erzählen: Seit inzwischen 50 Jahren prägt die britische Lautsprecherfirma KEF mit wegweisenden Produkten die HiFi-Szene. AUDIO gratuliert herzlich zum großen Firmenjubiläum – und lässt die Entwicklung einer innovativen Company in fünf Folgen Revue passieren. In diesem Heft: Teil 4 – die 90er Jahre.
Die Nachbeben von Mauerfall und Wende mit dem Zerfall von Ostblock und Kommunismus (und der Eröffnung des ersten McDonald’s-Restaurants auf russischem Boden), die Freilassung von Nelson Mandela und das Ende der Apartheid, die Fußball-Weltmeisterschaft in Italien mit dem Triumph der deutschen Mannschaft: Das erste der 1990er-Jahre hatte ordentlich was zu bieten und reihte in spektakulärem Tempo echte Großereignisse und Events mit beträchtlichem Symbolcharakter aneinander.
Wer jetzt im Geiste zurücksurft ins Jahr 1990, wird als heimlichen Soundtrack dazu einen Hit wie kaum einen anderen im Kopf haben: Mit „Enjoy The Silence“ vom Ausnahmealbum „Violator“ gelang den britischen Synthie-/Elektro-Göttern Depeche Mode ein Coup, der dem Ideal vom perfekten Popsong ziemlich nahekommt: ein fesselnder Groove, eine Komposition, die quasi idealtypisch mit den Elementen Strophe-Refrain-Bridge hantiert, ein ganze Platte an attraktiven Soundpattern und statt nur einer gleich zwei oder drei megastarke Melodien im Arrangement. Klar, dass dieser Tophit zum Evergreen avancierte und eine Vielzahl von Coverversionen hervorbrachte.
Zu den stärksten unter ihnen gehört die Neubearbeitung durch die amerikanische Indie-/Collegerockband Nada Surf, die hier ordentlich das Tempo anzieht – statt in 4:15 (wie in der originalen Single-Version) oder in 6:12 (so lange dauert die „album version“) galoppieren Matthew Caws (voc., git.), Ira Elliot (dr., voc.) und Daniel Lorca (bass, voc.) in flotten 3:21 durch „Enjoy The Silence“. Dem Song steht das ausgesprochen gut: Die dramatisch-melancholische Atmosphäre steigert sich ins fast Atemlose, die synthetischen Anteile wurden ausgedünnt, und die gesamte Komposition klingt dynamisch-geerdet, ohne ihr verführerisch-hymnisches Flair zu verlieren. Dazu charakterisiert diese Hörprobe exakt den Stil dieser famosen New Yorker Band, die struppigen Alternative-Rock ebenso perfekt beherrscht wie vollmundigen Indie-Pop.
Zum Weiterhören wärmstens empfohlen: die Album-Trilogie „Let Go“ (2002), „The Weight Is A Gift“ (2005) und „Lucky“ (2008).
(Mardev Records; aus dem Album „If I Had A Hi-Fi“; MDV 02 / ADA - Warner Music)
Ein, zwei Sekündchen des Piano-Intros, und der Kenner weiß Bescheid: „Walking In Memphis“! 1991 war’s, als der US-Amerikaner Marc Cohn mit diesem Popjuwel reinster Prägung die Musikszene betrat – und sich als Piano-Man in der Güteklasse eines Billy Joel oder Elton John vorzustellen schien. Dass Cohns Karriere danach vielleicht nicht ganz hielt, was der fulminante Auftakt versprach (auch wegen privater Schicksalsschläge wie einer gescheiterten Ehe oder einer Schussverletzung bei einem Überfall) – schade. Aber mit seinem Debütalbum und der Huldigung an die Mississippi-Metropole, in der er in „Blue Suede Shoes“ zwischen Union Avenue und Graceland auf den Spuren von Elvis Presley wandelt und das Lebensgefühl der amerikanischen Südstaaten erkundet, gelang ihm gleich im ersten Anlauf, wonach viele Kollegen Jahre über Jahre vergeblich streben: ein Welthit mit Evergreen-Potenzial.
Auch der deutsche Soul-Man Stefan Gwildis warf ein Auge auf diese Ausnahmekomposition und beweist in seiner Version gleich zweierlei: wie gut seine 2003 geborene Idee der Übersetzung von großen Soul-, Blues- und Popsongs in die deutsche Sprache funktioniert – und was für ein exzellenter Sänger er ist. Nach der Erstausgabe mit „Neues Spiel“, die mit fulminanten Versionen etwa von „Papa Was A Rolling Stone“ oder „Ain’t No Sunshine“ (plus etlichen starken Eigenkompositionen) aufwartete, setzte der Hamburger Jung’ mit der charismatisch-rauhen Stimme sein Konzept mit „Heut ist der Tag“ (2007) und schließlich 2008 mit „Wünscht du wärst hier“ fort.
„Auch auf Folge 3 stecken Gwildis und Texter Micky Reincke Evergreens wie `Spinnin Wheel’ oder `Soul Man’ überzeugend in neue Gewänder“, befand AUDIO in Ausgabe 1/2009. Musikalisch bleibt Gwildis mit Piano, Orgel und kernig-gefühlvollen Vocals nah am Original, stellt den Song als „Gestern war gestern“ aber dank des lebendigen Textes von Michy Reincke beherzt in einen neuen Rahmen: Ausgehend vom Bruch einer Beziehung, analysiert der Erzähler in einer Art Bestandsaufnahme den Status quo einer Biografie, um mit kämpferischem Optimimus die Zukunft ins Visier zu nehmen.
Denn: „Gestern war gestern / dreh’ dich nicht mehr um und schau‘ nach vorn / gestern war gestern / hier und heute geh‘n wir nicht verlor‘n“.
(105 Music; aus dem Album „Wünscht du wärst hier, Sony 88697 34373 2)
Synthiepop, Singer-Songwriter – alles prima, aber alles wohlvertraut. Doch wo blieben die stilistischen Neuerungen? Keine Bange: Auch die 90er hielten sich an das bewährte Motto „kein Jahrzehnt ohne wegweisende musikalische Innovation“. Vor allem zwei Genres gaben in dieser Ära den Takt an. Techno – und Grunge. Ersterer Stil möge – trotz unbestrittener Relevanz – an dieser Stelle außen vor bleiben; der Grunge-Bewegung jedoch sei explizit gehuldigt.
Mit Neil Young als intellektuellem Übervater verbanden in karierte Flanellhemden gehüllte US-Teens und -Twens Fäden aus Punk, Garagenrock und amerikanischem Folkrock zu einem Soundtrack, der die (gefühlte) Perspektivlosigkeit ihres „Slackertums“ (von to „slack“; zu deutsch: lustlos, schlaff, herumlungernd) in kernige Gitarrenriffs, melancholische bis weltschmerzgetränkte Vocals und teils spektakuläre Laut-/leise-Arrangements kleidete.
Bands wie Nirvana, Pearl Jam oder Alice In Chains sorgten so fast ein Jahrzehnt lang für große Momente und machten Grunge zum weltumspannenden Lebensgefühl. Nicht zu vergessen: die Formation Soundgarden aus Seattle, der Hauptstadt der Grunge-Bewegung.
Ihr größter Hit gelang der Truppe um Sänger und Drummer Chris Cornell 1994 mit „Black Hole Sun“ vom Topalbum „Superunknown“; einem stoisch-fiebrig- Midtempo-Song voll schwerer Gitarren Cornells Gänsehaut-Gesang, etwas Psychedelic- und Bluesrock-Flair inklusive. Der Belgier Piet Goddaer, seit 1996 unter dem Pseudonym Ozark Henry als Interpret melodiensatter Dreampop- und Indierock-Songs eine feste Größe (zuletzt mit der CD „Hvelreki“; Besprechung siehe AUDIO 5/2011), macht diesen Klassiker des Genres in seiner 2011-Interpretation zu einer leisen Pianopop-Ballade: minimal rhythmisiert, wunderbar durchhörbar im Klang und gegen Ende mittels eines unerwarteten Breaks in fast jazzige Gefilde hinweggleitend.
„Better Than The Original“, wie der Untertitel des Samplers lautet, auf dem der Musikmanager Konrad Sommermeyer 16 ungewöhnliche Bearbeitungen von großen Pop- und Rockhits versammelt (Besprechung siehe AUDIO 8/2011)? Geschmackssache – aber ein Beispiel für beherztes, das Original eigenständig und zugleich respektvoll interpretierendes Covern allemal.
(Embassy Of Music; aus dem Album „Better Than The Original – A Selection Of Finest Acoustic Cover Versions“, Ministry Of Sound / Warner 50524 985107 2)
Mozart als Treffpunkt von Klassik und Jazz – auch so lässt sich diese Musik neu erfinden. Die Crossover-Granden Bobby McFerrin und Chick Corea zeigen auf ihrem Sampler „The Mozart Sessions“ (1996) in 20-Bit-Technologie, was alles möglich ist. In ihrem „Song For Amadeus“ lassen sie kurz und lässig aufblitzen, was ihnen in 2:29 Minuten alles zum Adagio aus der Sonate KV 280 einfällt: Es funkt und sprüht und singt und groovt und fetzt und rockt. Eher leise, zart, dezent, versteht sich – im intimen Zwiegespräch von Corea-Piano und McFerrin-Vocals. Ein Geniestreich. Mozart? Hätte einen Mordsspaß dabei gehabt.
(aus der CD „The Mozart Sessions“; Sony Classical SK 62601)
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert D-Moll KV 466: Rondo, Allegro Assai
Man hält sich streng an den geheiligten Notentext – und dennoch klingt die Musik wie frisch durchlüftet. Das oft hektisch zernudelte Rondo (Allegro assai) aus KV 466 ist ein gutes Beispiel – unter Bobby McFerrins inspirierendem Dirigat (1996) kommt es hell ausgeleuchtet und leicht, federnd und quicklebendig musiziert daher. Toll die Kadenz: Chick Corea packt die bekannten Mozart-Motive und fantasiert sich mit ihnen auf und davon – in eine neue, leicht angeschrägte Klassikwelt. Wo er ankommt? Mal im freien Raum, mal bei sich, mal bei Mozart. Der Weg ist das Ziel.
The Saint Chamber Orchestra, Bobby McFerrin, Chick Corea, Klavier; aus der CD „The Mozart Sessions“; Sony Classical SK 62601)
Wie turbulent, wie übermütig, wie frech Haydn klingen kann, zeigt La Petite Bande unter ihrem Leiter Sigiswald Kuijken. Das Ensemble, benannt nach der Barockkapelle des Komponisten Lully am Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV., hat auf der Basis historisch originaler Musizierpraxis einen eigenwilligen, quirligen Stil entwickelt. Die 1992 in der Haarlemer Doopsgezindekerk entstandene Aufnahme zählt bis heute zu den Top-Hits der Kuijken-Bande: Das Finale der Sinfonie „Mit dem Paukenschlag“ ist absolut brillant, spritzig und humorig musiziert – ein Haydn-Spaß!
(La Petite Bande, Sigiswald Kuijken; aus der CD „Joseph Haydn: Sinfonien 93 / 94 & 95“; Deutsche Harmonia Mundi / Sony Classical 05472 77275 2)
Franz Schubert / Franz Liszt: Aufenthalt s 560, und Erlkönig s 558
Schubert-Lieder ohne Gesang – nur mit Klavier? Liszt, ein begnadeter Arrangeur, schafft dieses Wunder. Er lässt das Klavier singen. Und wie! Evgeny Kissin macht aus diesen effektsicheren Arrangements rauschende, schwelgerische Klangfeste. Das Lied „Aufenthalt“ wird in Kissins praller, hoch virtuoser Interpretation zu einer grandiosen, wilden Weltschmerz-Klage. Vollends der „Erlkönig“: Kissin inszeniert die Lisztsche Schubert-Version in dieser glasklaren Aufnahme von 1992 als packendes Drama – mit süßen Gespensterstimmen und schaurigen Momenten. Auch ohne Worte und Gesang unglaublich spannend.
(beide: Evgeny Kissin, Klavier; aus der CD„Kissin Plays Liszt“; RCA Red Seal / Sony 88697 83948 2)
Georg F. Händel: Wassermusik. Allegro / Alla Hornpipe / Sarabande / Rigaudon I & II
In den 90ern wehte ein frischer Wind durch die Barockmusik-Szene: Das kanadische Ensemble Tafelmusik ließ mit seinem lichten, leichten und anspringenden Originalinstrumenten-Sound scheinbar ausgelutschte Evergreens neu aufblühen.
Händels Wassermusik, 1995 in toller Raumakustik aufgezeichnet, klingt sie bei den Kanadiern unter Konzertmeisterin Jeanne Lamon einfach sensationell. Luftig und rasant: die schnellen Sätze (Alla Hornpipe, Rigaudon). Doch am schönsten gelingt der Tafelmusik-Crew die Sarabande – sehr zart, sehr graziös, sehr seelenvoll.
Tafelmusik; Jeanne Lamon; aus der CD „Handel – Water Music / Suite From Il Pastor Fido“; Sony Classical SK 68257)
Ein Meilenstein in der Geschichte der Bach-Lesarten ist Gustav Leonhardts Matthäuspassion, 1989/1990 aufgenommen von Wolf Erichson, dem Grandseigneur unter den Originalklang-Experten, und 2011 wiederveröffentlicht. Mit dem Tölzer Knabenchor, dem Orchester La Petite Bande und handverlesenen Solisten (darunter dem als Dirigent bekannten René Jacobs als Alt) entstand ein Gesamtkunstwerk, das Maßstäbe setzt. Die Arie „Mache dich, mein Herze, rein“ mit dem samtweichen Bass Klaus Mertens gibt einen Eindruck von der Magie dieser Einspielung. Erst recht der Schlusschor „Wir setzen uns mit Tränen nieder“ – Höhepunkt einer auratischen, berührenden Aufnahme, die Geschichte schrieb.
Nr.13 So ist mein Jesus nun gefangen (Soli: Christian Fliegner, Sopran; René Jacobs, Alt)
Nr.14 Am Abend, da es kühle war (Solo: Klaus Mertens, Bass)
Nr.15 Mache dich, mein Herze, rein (Solo: Klaus Mertens, Bass)
Nr.16 Wir setzen uns mit Tränen nieder
(alle: Tölzer Knabenchor, La Petite Bande, Gustav Leonhardt; aus der CD „Matthäuspassion“; Deutsche Harmonia Mundi / Sony Classical 88697 86642 2)
Die 107/2 erhielt unter anderem einen neuen Alu-Hochtöner und einen neuen KUBE-Basstrimmer. Ein Jahr später sorgten zwei neue Modellreihen für Furore: die Q- und K-Serie. Alle drei Modelle (Q-60, Q-80 und Q-90) zierte der 200_25-Uni-Q-Treiber, der einen 200-Millimeter-Bass-/Mitteltonbereich und einen 25-Millimeter-Hochtöner vereinte.
Ein weiteres Highlight der Qs war der entkoppelte Magnet in den Basstreibern. Die dreiköpfige K-Serie sollte dagegen in günstigen Preisgefilden aufhorchen lassen. Die Zweiwegebox K160 war dabei übrigens die jüngste Inkarnation der berühmten Coda.
1992 erfasste dann der Wind der Globalisierung die britische Traditionsmarke: Die hongkong-chinesische Gold Peak Group übernahm KEF – mit strategisch durchaus positiven Konsequenzen: Die Batterie- und Elektronikspezialisten förderten den Taten- und Forschungsdrang der Kenter Kreativschmiede und eröffneten so neue Möglichkeiten der Weiterentwicklung. Der Erfolg am Markt blieb KEF in jeder Hinscht treu: Im gleichen Jahr lobten japanische HiFi-Kritiker das Model 105/3 mit seiner Uni-Q-Technologie der zweiten Generation als beste Import-Box.
1993 bekam KEF von der britischen BBC die alleinige Lizenz für eine komplette Neuauflage des Boxenklassikers LS 3/5.
1993 erhielt die Q-Serie ein Update. Die Modelle 10, 30, 50 und 70 arbeiteten alle mit dem 6,5-Inch-Bass-/Mitteltontreiber und galten als Highlight in der marktrelevanten mittleren Preiskatagorie. 1993 war auch das Jahr eines weiteren Ritterschlags: KEF produzierte den legendären BBC-Studiomonitor LS3/5A komplett als alleiniger Lizenznehmer in einer Bi-Wiring-Version. Ebenfalls 1993 wurde die Reference-Serie mit den Modellen 101/3, 100, 90 und 103/4 vorgestellt, die das Line-Up von Uni-Q-Systemen in der Reference-Serie vervollständigten. Und noch im gleichen Jahr sorgte das Centerspeaker Model 100 mit Uni-Q-Technik für Furore auf dem Heimkinosektor.
1994 holte sich KEF schließlich die HighTech-Weihen von Hollywood-Legende und Lucasfilm-Gründer George Lucas und präsentierte als eine der ersten Firmen ein THX-zertifiziertes Home-Cinema-System. Als revolutionär galten dabei die drei Frontspeaker mit ihren vertikal ausgerichteten Hochtönern, um negative Effekte von Boden und Decke zu negieren und die Sprachverständlichkeit zu verbessern.
Das ebenfalls 1994 vorgestellte Subwoofer-/Satellitensystem 40B/70S machte bestehende Zwei-Kanal-Anlagen zu einem vollwertigen Surround-System. Die 40B arbeitete dabei mit der gleichen „Coupled Cavity“-Technologie wie die Reference-Reihe. Letztere wurde wiederum im gleichen Jahr mit den Modellen One, Two, Three und Four erneuert, die alle vier überdies mit dem neuen Uni-Q-Treiber im 165/25mm-Format bestückt wurden. Alle Treibereinheiten erhielten obendrein eine mechanische Entkopplung.
ein leben im dienste von kef: Über 35 Jahre prägte Raymond Cooke das Gesicht der von ihm gegründeten Firma. 1995 starb er im Alter von 70 Jahren.
1995 trauerte die Unternehmensgruppe GP/KEF dann um ihre „Vaterfigur“: Firmenpatriarch Raymond Cooke verstarb im Alter von 70er Jahren. Doch auch nach dem Ableben seines visionären Gründers blieb KEF den Maximen „Qualität, Ehrlichkeit, Hingabe und Innovation“ treu. Diese Werte legten weiterhin die Basis für wegweisende neue Ideen im Lautsprecherbau. Das Reference Model Four mit Uni-Q-Treibern der vierten Generation heimste 1995 weltweit Lob und Anerkennung ein. Und noch ein Highlight ereignete sich im selben Jahr: Die Coda 7 avancierte zur meistverkauften Box in Großbritannien.
1996 wurde als nächstes die erfolgreiche Q-Serie weiter optimiert, etwa mit dem neuen Uni-Q-Treiber im 165/19-Millimeter-Format. Außerdem erblickte die Monitor-Serie das Licht der Welt. Sie sollte die Tradition exzellenter Kompaktlautsprecher wie der Celeste oder der LS3/5A (für deren Weiterbau KEF 1993 die alleinige Lizenz der BBC bekam) fortführen. Die beiden neuen Modelle RDM One und Two erfüllten von Beginn an die hohen Studioanforderungen und fanden auch als luxuriöse Heimboxen ihren Platz. Später bekam die Monitorfamilie noch Zuwachs durch die Standbox RDM3.
highend, baujahr 1997: Die Maidstone (alias Reference 109) war der erste, noch vergleichsweise bodenständige Versuch von KEF, über dem Flaggschiff 107 noch eine „Über-Referenz“ zu installieren – die Entwicklungsabteilung durfte hier nach Herzenslust und angeblich ohne Budgetlimit drauflosbauen.
1997 erhielt die THX-Heimkinoserie ein Update – und schließlich betrat das neue Flaggschiff The Maidstone – Model 109 die staunende High-End-Bühne. Für diesen spektakulären Speaker stand das Vierwege-Prinzip der 105/3 Pate. Die 109 sollte die State-Of-The-Art-Stellung von KEF demonstrieren. Feinste, selektierte Materialien für die Frequenzweichen, internes Bi-Wiring und auf Ultrapräzision getrimmte 15-inch- und 10-inch-Treiber waren wichtige Bestandteile der 109. Sogar eine externe aktive Frequenzweiche wurde auf Wunsch angeboten. Ein erster Schritt in die Gipfelregionen der High-End-Szene, dem später noch Spektakuläres folgen sollte ...
1999 erschienen dann die vier Modelle der neuen Cresta-Reihe, um im Budget-Bereich den Ton anzugeben. Die Cresta 2 spielte sich dabei in Windeseile in die Herzen der HiFi-Kritiker. In den späten 90ern arbeiteten die KEF-Ingenieure überdies an neuen erschwinglichen Hochleistungs-Subwoofer-/Satellitensystemen. Ein Ergebnis waren die eigenständigen, ei-förmigen Satelliten des Systems KHT2005. Ihr Guss-Alugehäuse und der Uni-Q sorgten zusammen mit dem Subwoofer für großes Kinogefühl im Wohnzimmer.