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Hochauflösende Musik HiRes Musik-Downloads - besser als Audio-CDs

Im Windschatten von iTunes und Amazon wächst die Zahl kleiner Shops, in denen Sie hochauflösende und verlustfrei komprimierte Musik kaufen können. Wir zeigen Ihnen wichtige Anbieter und geben Tipps für die Wiedergabe.
HiRes Musik-Downloads © Anbieter

Die Audio-CD gilt landläufig als die beste Technik für die Speicherung von Musik. Doch nach Ansicht vieler klangbegeisterter Zeitgenossen hat das über 30 Jahre alte Format eine große Schwäche. Es liefert nicht genügend Daten für optimalen Klang. Zum Vergleich: Die Audio-CD speichert mit 16 Bit und 44,1 KHz digitalisierte Musik. In Tonstudios wird hingegen längst mit einer Bitrate von 24 Bit, gelegentlich sogar 32 Bit aufgezeichnet. Auch die Samplingrate liegt höher, nämlich bei 48 KHz, je nach Anwendungsfall sogar bei 96 oder 192 KHz. Im Extremfall beinhalten solche Aufnahmen über acht Mal mehr Daten, als später auf der Audio-CD landen.

Es lässt sich darüber streiten, in welchem Maß die höhere Datenmenge außerhalb der Musikproduktion von Nutzen ist. Nach unserer Erfahrung ist der Sprung auf 24 Bit und 48 KHz für die meisten, konzentrierten Zuhörer merklich. Höhere Bit- und Samplingraten erkennen nur noch Spezialisten. Immer vorausgesetzt: Qualitativ anständige Aufnahmen und eine hochwertige Musikanlage.

Praxis: So entdecken Sie neue Musik

Nun gibt es immer mehr Online-Shops, in denen Sie solche hochauflösende Musik kaufen können, die Sie dann direkt als Download erhalten. Doch das führt nicht nur zu besserem Klang, sondern auch zu neuen Problemen.

Highresaudio.com

Highresaudio.com

Highresaudio ist der wohl größte Highres-Shop Deutschlands. Das Angebot ist breit, aber nicht immer so tief wie man es gerne hätte. Heißt: Zwar finden Sie von Alanis Morissette über Steely Dan bis hin zu den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan eine große musikalische Bandbreite. Aber zum Beispiel von Morissette gibt es nur das vorletzte Album. Angesichts der großen Anzahl von Labels, deren Musik Highresaudio vertreibt (darunter mit Sony, Universal und Warner alle drei großen) stehen die Chancen aber gut, dass sich das ändert.

Die meisten Alben kosten 21 Euro, im Angebot sind sie aber auch schon für 16 Euro erhältlich. Die Bezahlung erfolgt per Kreditkarte, Paypal, Sofortüberweisung oder Giropay.

Die Website ist ein bisschen unübersichtlich: Wer nicht gerade die Stichwortsuche bemühen will, der scrollt am besten ganz nach unten und sieht sich in den Bereichen "Musicstore" und "Studio Master" um. Hier finden Sie zum Beispiel alphabetisch sortierte Künstler- und Label-Listen, Neuerscheinungen, Top-Alben, und Bestseller. Was fehlt ist eine Navigation nach Musikgenres. Außerdem spinnt der Zurück-Knopf des Browsers zuweilen und generell konnten wir den ersten Track jedes Albums nicht probehören, ohne zuvor ein anderes Stück anzuspielen. Ganz unten links gelangen Sie zu einigen "Free Downloads" genannten, kostenlosen Highres-Songs.

Problem 1: Lückenhaftes Angebot

Verglichen mit dem Musikgeschmack der breiten Masse zeigt sich das Musikangebot dieser Shops äußerst lückenhaft. Das ist nachvollziehbar, soweit es sich um lautstärkenivellierten "Chart-Brei" handelt, dessen Klang auch durch Highres Audio nicht zu retten ist.

Doch oft fehlen auch besser produzierte Klassiker. Zum Beispiel führt das in Deutschland ansässige Highresaudio.com Stand März 2013 weder Alben von den Dire Straits noch welche von Queen. Aus Kundensicht ist es egal, ob nun der Shop-Betreiber oder das zuständige Plattenlabel schuld daran ist - es nervt.

Problem 2: Preisunterschiede und Landesgrenzen

Je nach Shop schwanken die Preise für das selbe Album enorm. So fanden wir Melody Gardots "The Absence" (24 Bit/96 KHz) bei Highresaudio.com für 21 Euro und bei qobuz für 17,48 Euro. Bei Linn Records gibt es neben dem Studio Master für 21 Euro auch eine Version in CD-Qualität für 14,50 Euro. Was uns direkt zum nächsten Problem führt: Aufgrund von Lizenzverträgen liefert nicht jeder Shop nach Deutschland.

Teilweise findet die Unterscheidung auf Album-Ebene statt. So können Sie zum Beispiel bei HDtracks.com einige Werke auch von Deutschland aus kaufen, andere jedoch nicht. Gleichermaßen audiophil veranlagte wie technisch interessierte Hörer greifen zu ausländischen Proxy-Servern, um ihre Herkunft gegenüber dem Shop zu verschleiern. Doch das bremst den Download stark aus und wirft sowohl rechtliche wie auch sicherheitstechnische Probleme auf.

Problem 3: Die Wiedergabe

Highres Audio wird für gewöhnlich im FLAC-Dateiformat vertrieben. Bei den üblichen "24/96"-Dateien (also 24 Bit/96 KHz) streiken die wenigsten Abspielgeräte, bei höheren Sampleraten steigen viele aus.

Test: DAC Audioquest Dragonfly

Unter Windows können Sie Highres Audio zum Beispiel mit dem Gratis-Player Foobar abspielen. Wer dabei feststellt, dass die im PC verbaute Soundkarte den Klang ruiniert, der wird rasch in neue Hardware investieren. Zur Wahl stehen ein per USB angeschlossener, externer Wandler (sog. DAC, Digital Analog Converter) bzw. eine Soundkarte, in die der DAC integriert ist.

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Beliebt sind aber auch Streaming Clients, die sich optisch in die Hifi-Gerätelandschaft einfügen und die Musik via Netzwerk vom PC beziehen.

Für den Anfang kann es aber auch schon reichen, wenn Sie die Musik auf eine DVD Audio Disc oder eine Digital Audio DVD brennen. Das erledigen Sie zum Beispiel mit Programmen wie Audio DVD Creator oder Cirlinca DVD-Audio Solo (je um die 40 US-Dollar). Für die Wiedergabe brauchen Sie dann einen zum gewählten DVD-Format kompatiblen DVD- oder Blu-ray-Player, der 24 Bit/96 KHz ausgibt.

Fazit

Langsam aber sicher nimmt der Highres-Zug Fahrt auf. Außer den von uns gezeigten, größeren Shops gibt es im Netz noch eine Vielzahl kleinerer Anbieter, die Spezialinteressen oft besonders gut gerecht werden. Wer sich dafür interessiert, der findet hier eine umfangreiche Liste von Highres Audio Anbietern .

 
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