Ratgeber Die ideale Anlage für den Bauer dps 3.iT
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Ulm ist eine ungewöhnliche Stadt. Und das nicht nur wegen des Münsters, dessen Turm sich elegant über die Dächer der Altstadt erhebt und mit 161,53 Metern höher aufragt als der Kölner Dom. Wir befinden uns hier auch an der Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern. Was HiFi-Fans aber mehr interessieren dürfte: In dieser pittoresken Stadt ist mit Reiner Kemper ein High-End-Händler beheimatet, dessen Laden weit im Umkreis einen guten Ruf hat.
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Kempers Vita ist durchaus bemerkenswert. So machte der 57-jährige ausgebildete Einzelhandelskaufmann schon mit 24 Jahren sein Hobby – gute Unterhaltungselektronik – zum Beruf und arbeitete zuerst in Neuss, danach in Ulm als HiFi-Verkäufer. 1993 nahm er sich ein Herz und eröffnete ein eigenes Geschäft: HiFi Kemper im Ulmer Fischer-Viertel.
2002 zog der Laden in die Neue Straße um. 2008 wurde mit Kemper Bild & Ton sogar eine Dependance eröffnet – eine in den heutigen Tagen durchaus bemerkenswerte Initiative. Trotz dieser Ausweitung des Angebotsspektrums ist Kemper durch und durch High Ender geblieben, wie seine hier vorgestellte Wunschanlage zeigt.
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Analog ist Trumpf
Analog-Fan Kemper war erfreut, dass die Redaktion den Plattenspieler Bauer Audio dps 3.iT (9300 Euro) als Quelle vorgab. Er bestückte ihn mit einem MC-Abtaster Lyra Kleos – und das nicht nur, weil der Pickup bei stereoplay Referenz ist. „Das Kleos passt einfach mechanisch und klanglich perfekt in den Bauer-Tonarm sowie zu der offenen und feinen Spielweise des dps 3“, ist Kempers Überzeugung. Eine Meinung, der ich mich durchaus anschließen kann.
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Digital als Ergänzung
Als zweite Quelle setzte Kemper mit dem Naim UnitiServe (2600 Euro) einen Musik-Server ein, der über iPad bedient wird. Dass der UnitiServe die auf Festplatte gespeicherten Musikdaten nur per Digitalsignal ausgibt, ist für den Verstärker Devialet D-Premier (12500 Euro) kein Problem. Dieser besitzt eine digitale Signalverarbeitung und somit auch Digitaleingänge. Eine Entzerrung für Schallplatten bietet er auf der digitalen Ebene ebenfalls an. Der Phono-Input lässt sich per Software-Update für jeden gewünschten Abtaster optimieren. Ein zusätzliches Schmankerl für Phono-Fans: Zwei unterschiedliche Entzerrungen lassen sich abspeichern und aufrufen.
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Eine weitere Besonderheit beim D-Premier ist die Leistungsverstärkung. Der Franzose kombiniert in seinem massiven Aluminium-Gehäuse eine konventionelle Class-A-Schaltung mit der eines Class-D-Digitalamps. „Dieser Verstärker hat mich klanglich voll überzeugt, auch wenn ich ihm anfangs eher skeptisch gegenüberstand“, lautet Kempers Fazit zu dem technischen Highlight.
„Vor allem passt der Devialet sehr gut zu den Lautsprechern The Music von Vienna Acoustics “, meint Reiner Kemper. Die The Music (21000 Euro) sind mit einer Koax-Mittelhochton-Einheit bestückt. Sie unterstützen in den obersten Höhen über 20 Kilohertz einen Superhochtöner und in den Bässen unterhalb von 100 Hertz drei Neun-Zoll-Chassis. Weitere Kennzeichen dieser Super-Lautsprecher sind, dass der Koax in einem eigenen Gehäuse untergebracht ist und sehr fein in der Neigung zum Hörer hin optimiert werden kann. So lässt sich die Abstrahlung des Koax auf verschiedene Sitzhöhen perfektionieren. „Nur auf diese Weise erhält man den beeindruckenden Fokus, der die The Music auszeichnet“, ist sich Kemper sicher.
Optimierter Raum
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Dennoch setzte Kemper auch Raumrunder ein, die in den Deckenecken Reflexionen verringern. „Sie sind relativ unauffällig, aber sehr effektiv und einfach zu montieren. Deshalb werden sie von meinen Kunden gerne installiert.“
Preisgerechte Verkabelung
Auch die Verkabelung ist nicht völlig abgehoben. Die Digital-Stippe vom UnitiServe zum D-Premier ist eine 300-Euro-Version von Stereovox. Beim Lautsprecherkabel entschied sich Kemper für das Siltech Classic 330 L . „Es kostet zwar 1650 Euro im 3-Meter-Stereosatz, doch bezogen auf den Gesamtpreis der Anlage passt dies durchaus. Das Siltech harmoniert perfekt, weil es einen sanften Hochton ermöglicht, aber keine Details verschweigt.“
Weiträumiges Klangbild
Die Harmonie war schon mehr als deutlich bei den ersten Takten, die ich mit dem UnitiServe als Quelle hörte. Denn die Kemper‘sche Kette präsentierte sich sehr feinfühlig und beeindruckte mit einem ausgesprochen weiten, aber auch tiefen, dreidimensionalen Klangpanorama. Wie vom Chef des Hauses versprochen, standen Stimmen geradezu greifbar zwischen den Vienna-Acoustics-Lautspechern und erschienen so wunderbar plastisch.
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Auch feinste Betonungen konnten wir sehr gut wahrnehmen. Tonal zeigte sich die Kombination von der ausgewogenen, tendenziell druckvollen Seite. So war hier nichts zu hören von der Helligkeit und Angestrengtheit, die mich auf der HIGH-END-Messe dieses Jahr in der Vorführung des Devialet D-Premier gestört hatte. Einzig die doch dezent zu kräftigen Bassattacken in Massive Attacks „Protection“ (EMI) ließen einen Hauch an Kritik zu.
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Doch Reiner Kemper hatte mit dem Bauer Audio dps 3 noch einen Pfeil im Köcher. Klang die Kette schon mit dem Musik-Server Naim UnitiServe sehr faszinierend, so gewann sie nun noch ein wenig an Authentizität sowie Basskontrolle hinzu. Als Ry Cooder in „Paris, Texas“ über die Saiten strich, erzeugte das eine veritable Gänsehaut. Auch die sanfte Stimme in Belle & Sebastians „Sleep The Clock Around“ („The Boy With The Arab Strap“, Jeepster Recordings) kam glaubwürdig und ausdrucksvoll aus den Boxen. Da auch die Rhythmik einen expressiv schwungvollen Touch hatte und die Hintergrunddetails wie auf dem Silbertablett serviert wurden, wollte die Hörcrew im Ulmer Vorführraum am liebsten einfach nur weiterhören.
Die Quintessenz
Kontakt
HiFi Studio Kemper
Neue Straße 50
89073 Ulm
Telefon 0731 / 67 39 8
www.hifi-kemper.de
Öffnungszeiten:
Di - Fr: 15 - 19 Uhr
Sa: 10 - 16 Uhr
Es war ein unterhaltsamer Tag in Ulm für den stereoplay-Redakteur. Einmal, weil man genüsslich im brillanten Klang der vorgestellten Anlage baden konnte. Aber auch, weil Kemper sich als stets gut gelaunter und anregender Gesprächspartner erwies.