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Ratgeber AUDIO Great Music Volume 3 - Inhalt und Cover

Große Musik in großartigen Aufnahmen: AUDIO präsentiert Ihnen „Great Music" der 1980er Jahre auf CD.

Die CD-Reihe mit musikalischen Highlights aus fünf Jahrzehnten startete in AUDIO 5/2008 mit den 1960ern. Im Zweimonats-Abstand folgten die 70er (7/08), in dieser Ausgabe sind nun die 80er dran. AUDIO 11/08 wird die 90er beleuchten, 1/09 dann das Jahrzehnt ab 2000. So erhalten die Leser eine unterhaltsame Übersicht zu Musik und Aufnahmetechnik eines halben Jahrhunderts.

Blues & Folk audiophil

Dabei setzt AUDIO auf eine Mischung aus Pop und Klassik. Im Pop-Bereich rücken für die 1980er natürlich audiophile Aufnahmen in den Fokus, die auch in Hörtests seinerzeit eine Rolle spielten. 

Blues Company: So What? ; inak / in-akustik; 1988

Nach wie vor ein Hit im Hörraum sind die kernigen Klänge der Blues Company. Die bis heute unermüdliche Truppe um Sänger, Gitarrist, Komponist und Soundfreak „Toscho" Todorovic rockt den Zwölftakter seit 1976. Schon mit der ersten CD für das Wohlklang-Label Inak, „So What?“, bewies die Osnabrücker Truppe, dass sich gefühlvolle Bluesklänge und digitale „Live To Two Track“-Produktion knackig ergänzen können. Bestens im Ohr ist auch noch die wunderschöne Scheibe von Serah & Friedemann: „Flight Of The Stork" spielte die Folksängerin Serah 1988 gemeinsam mit dem Gitarristen, Sänger, Songschreiber und Produzenten Friedemann Witecka im renommierten Ludwigsburger Studio Bauer auf 32 Spuren voll digital ein. Heute Routine, damals eine audiophile Pioniertat.

Ana Caram: Rio After Dark; Chesky / in-akustik; 1989
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© Archiv
Ana Caram: Rio After Dark; Chesky / in-akustik; 1989

Auch die amerikanischen Chesky-Brüder waren mit ihrem Label Vorreiter für erstklassige Digital-Klänge in Folk und Pop. Reichlich Bossa-Nova-Feeling wogt durch das US-Debüt der rassigen Brasilianerin Ana Caram. Schon der Titelsong von „Rio After Dark" zeigt die sanftere, etwas melancholische Seite des Brazil-Sounds. Puristischer Mikrofon-Einsatz und der Verzicht auf alle Elektronik-Mätzchen tragen gehörig zum Genuss bei.

Klassik aller Klassen

Von Klavier solo bis zum ganz großen Opern-Gedeck reicht die Genre-Palette der „klassischen" 80er. Mit Chor und Orchester warten beispielsweise die berühmten „Polowetzer Tänze" auf, mit denen Alexander Borodin im zweiten Akt seines „Fürst Igor" einst die Gegenspieler der Russen machtvoll charakterisierte. Die prachtvolle Produktion startete 1987 die Serie „L’Opéra Russe“, mit der Sony Classical (heute Sony BMG) viele Meriten erwarb. Auch die 1989 beim Rossini-

A. Borodin : Fürst Igor; Evstatieva, Ghiaurov, Sofia National Opera Chorus, Sofia Festival Orchestra, Emil Tchakarov; Sony; 1987 © Archiv
A. Borodin : Fürst Igor; Evstatieva, Ghiaurov, Sofia National Opera Chorus, Sofia Festival Orchestra, Emil Tchakarov; Sony; 1987

Festival live mitgeschnittene „Diebische Elster" (La Gazza Ladra) heimste unter Käufern wie Kritikern reichlich Lorbeer ein. AUDIO wählte hier die Schluss-Szene aus, in der sich Gesangsstars wie Katia Ricciarelli, Samuel Ramey oder Ferruccio Furlanetto ein Stelldichein geben.

Die Pianisten auf „Vol. III" gehören ebenfalls zu den größten ihres Fachs: Vladimir Horowitz (1903-1989) mit einem Ausschnitt seines legendären Konzerts in der New Yorker Metropolitan Opera (1981)und Glenn Gould (1932-1982) mit der „Aria" aus seiner zweiten, digitalen Einspielung der Bachschen „Goldberg-Variationen“. Wermutstropfen: Die Nachlass-Verwalter der Klavier-Giganten bestanden darauf, diese „Great Music" auszublenden. 

J.S.Bach, Carl Philip E. Bach : Cembalo-Konzerte; Gustav Leonhardt Cembalo und Leitung; Leonhardt-Consort; Seon; 1981
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J.S.Bach, Carl Philip E. Bach : Cembalo-Konzerte; Gustav Leonhardt Cembalo und Leitung; Leonhardt-Consort; Seon; 1981

Ungekürzt kommen dagegen die restlichen Paradestücke wie der mitreißende dritte Satz aus Tschaikowskys „Pathétique“, den Claudio Abbado dynamisch und klangfarblich höchst differenziert darbietet. Den schmissigen Schlusssatz von Dvoráks Violinkonzert spielte das damalige Geigen-Wunderkind Midori 1989 erfrischend vital und erstaunlich souverän. Ein Segen, dass diese großartige Musikerin von ihrer Plattenfirma nie verheizt, sondern behutsam zur noch heute begeisternden Künstlerin aufgebaut wurde. Itzhak Perlman kann auf eine noch längere Verweildauer in der Geiger-Elite zurückschauen – stilistische Grenzen hat er dabei schon früh ignoriert. Wie trefflich der Star sich auch in ein Kammermusik-Ensemble einfügen konnte, zeigt Chaussons geistesblitzendes „Konzert" für Klaviersextett.

Ein viel älterer Geist waltet in Johann Sebastian Bachs erstem Cembalokonzert. Der Doyen der historischen Aufführungspraxis, Gustav Leonhardt (Jahrgang 1928), führte 1981 mit seinem Consort noch einmal Originalklang-stark durch die feinen Gespinste des Kontrapunkts. 

Mehr zur Musik- und HiFi-Geschichte der 1980er Jahre lesen Sie im AUDIO-Heft 09/2008. Das Cover zur beiliegenden Gratis-CD finden Sie hier nochmals als Download.

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