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Oper unterm Sternenhimmel Arena di Verona

Ein Besuch der Arena di Verona kann ein unvergessliches Erlebnis werden, wenn man das Glück an seiner Seite hat.
Arena di Verona © Photo Ennevi, Courtesy of Fondazione Arena di Verona
Arena di Verona

Literaturfreunde kommen in der schönen norditalienischen Stadt Verona voll auf ihre Kosten. Kann man doch die Schauplätze aufsuchen, wo Shakespeare die Tragödie von Romeo und Julia ansiedelte. Danach garantieren die Lektüre des Liebesepos und ein Gläschen Vino rosso einen stimmigen Tagesausklang.

Opernabend als Volksfest: In der Arena di Verona rücken die Werke von Giuseppe Verdi und anderen in die Nähe eines modernen Multimedia-Spektakels. © Photo Ennevi, Courtesy of Fondazione Arena di Verona
Opernabend als Volksfest: In der Arena di Verona rücken die Werke von Giuseppe Verdi und anderen in die Nähe eines modernen Multimedia-Spektakels.

Für Klangfreunde auf Verona-Visite geht es abends hingegen erst richtig los, denn in der Arena wartet extraordinärer Operngenuss. Allsommerlich wird dort Klassikern wie "Aida" oder "Tosca" Leben eingehaucht – auf hohem Niveau. Doch der Opernbesuch in dem römischen Amphitheater lädt nicht wirklich zum kontemplativen Hören ein – es herrscht beinahe Volksfestcharakter. Das merkt man bereits beim Gang zu den Portalen: Die Profis haben hier Proviantvorräte, Sitzpolster und Decken vorbereitet.

Praxis: Raumeinmessung selbst gemacht

Man will gerüstet sein für die recht langen Pausen, die auf jeden Akt folgen. Die Intervalle sind unerlässlich, da die weitläufige Bühne den Umbau verlangsamt und teils Tiere in den Inszenierungen vorkommen, deren Einsatz etwas Vorlaufzeit benötigt.

Arena di Verona: Akustik

Was die Akustik anbelangt, wird man in Verona Zeuge von Außergewöhnlichem. Werden die Opern doch – trotz erheblichem Abstand zum Publikum und fehlendem Nachhall – komplett unverstärkt dargeboten. "Das funktioniert nur mit Ausnahmesängern", meint ein Zuhörer und fügt hinzu: "Es gibt viele Stimmen, die in normalen Opernhäusern überzeugen, aber hier untergehen würden."

© Photo Ennevi, Courtesy of Fondazione Arena di Verona
"Aida" unterm Sternenhimmel und mediterranes Flair – das ist eine Kombination, die Gänsehaut erzeugt und selbst Opernmuffel anspricht.

Tatsächlich stehen die Vokalisten in dem Oval vor großen Hürden – und zwar im buchstäblichen Sinne. So sollen die große Distanz zum Dirigenten und die Zuhörerzahl selbst erfahrenen Sängern Panik bereiten – was bei etwa 22.000 Besuchern pro Abend leicht nachzuempfinden ist. Da mag es überraschen, dass die Arena-Aufführungen unter Kennern keineswegs einen schlechten Ruf innehaben.

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Musikalische Güte, gepaart mit exklusivem Ambiente könnte den Arena-Gang für alle Opernliebhaber zum Muss machen. Wie bei vielen schönen Dingen gibt es aber auch hier den berühmten Haken: Falls es während der Aufführung zu tröpfeln oder gar zu regnen beginnt, wird sofort abgebrochen, da die Instrumente Schaden nehmen.

Arena di Verona: Geschichte

Ursprünglich verfügte das Theater aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. über eine dreigeschossige Außenmauer, die ein Erdbeben im Mittelalter fast völlig zerstörte. Erbaut wurde das Oval für Gladiatorenkämpfe und Exekutionen. Erst seit 1913 ist die Arena Kulturstätte. Damals wurde dort – zu Ehren Verdis – die "Aida" aufgeführt.

Trotz der teils großen Distanz zwischen Akteuren und Publikum können hier auch anspruchsvolle Musikgenießer auf ihre Kosten kommen. © Photo Ennevi, Courtesy of Fondazione Arena di Verona
Trotz der teils großen Distanz zwischen Akteuren und Publikum können hier auch anspruchsvolle Musikgenießer auf ihre Kosten kommen.

 
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