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Wissen FAQ: Alles über D/A-Wandler

Jeder Wandler ist auf Daten-Zuspieler angewiesen, braucht passende Kabel und die richtigen Einstellungen, um sein Klangpotenzial voll zu entfalten. AUDIO hat einige der meistgestellten Fragen zum Thema gesammelt und zu ihrer Beantwortung auch einige Sonderschichten im Hörraum eingelegt.

Ratgeber D/A-Wandler
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© Julian Bauer

1. Wann lohnt sich’s?

Ich habe einen Netzwerkspieler/CD-Spieler/DVD-Spieler der Marke xy. Wie gut muss der DAC mindestens sein, damit ich einen echten Klang-Fortschritt höre?

Idealer DAC-Partner: Netzwerkspieler, hier eine Squeezebox Touch, besitzen meist sowohl optische als auch Koax-Digitalausgänge (Mitte).
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© Archiv, MPS
Idealer DAC-Partner: Netzwerkspieler, hier eine Squeezebox Touch, besitzen meist sowohl optische als auch Koax-Digitalausgänge (Mitte).

Die AUDIO-Bestenliste leistet hier eine gute Hilfestellung, da sich die Einstufungen von Netzwerkspielern, DVD-Playern, CD-Spielern und D/A-Wandlern bei Wiedergabe von CD-Auflösung (16 Bit, 44,1 kHz) grob vergleichen lassen.

Damit der neue Wandler eine echte Verbesserung bewirkt und keinen Schritt zur Seite, sollte er mindestens 10 Punkte über dem Ausgangspunkt liegen. Einfache DVD- und Blu-ray-Player liegen mit ihren Analogausgängen selten über 80 Punkten, werden aber häufig sowieso nicht analog angeschlossen, sondern über Digitalkabel an einem Surround-Receiver.

In solchen Anlagen-Konfigurationen sollte man die Wirkung eines externen DACs nicht überbewerten, denn es kommt je nach Receiver ein weiterer Faktor dazu: Viele dieser Geräte klingen über ihre Analogeingänge unterdurchschnittlich schlecht. Unterm Strich ist man daher manchmal besser bedient, den im AV-Receiver eingebauten Wandler zu verwenden.

2. Laufwerk=Laufwerk?

Mit welchen digitalen Zuspielern hat AUDIO die Wandler getestet? Hat das angeschlossene Laufwerk einen Einfluss aufs klangliche Endergebnis?

Wir verwenden für Wandlertests aus praktischen Gründen hauptsächlich Netzwerkspieler, in diesem Test zum Beispiel den Linn Sneaky DS und die Logitech Squeezebox Touch. Ersterer eignet sich sehr gut, um wirklich alles aus einem Wandler herauszuholen: Vor allem sein Cinch-Ausgang ist sehr jitterarm, und es werden sowohl optisch als auch koaxial sämtliche vorkommenden Abtastraten ausgegeben, von CD-Auflösung bis hin zu 24Bit/192Kilohertz. Die Squeezebox Touch entspricht sehr gut einem verbreiteten Einsatzszenario: der nachträglichen Veredelung von Logitech-, Sonos- und Raumfeld-Netzwerkspielern.

Die drei Hersteller haben überlegene Bedienkonzepte, die viele Nutzer nicht aufgeben wollen, entwickeln ihre Wandler- und Ausgangsstufen aber mit engeren Budgetgrenzen als spezia­lisierte HiFi-Marken. Externe D/A-Wandler füllen die Lücke, die zwischen diesen Systemen und beispielweise den deutlich teureren Linn-Playern existiert.

Der Einfluss des Zuspielers auf den Klang wird häufig überschätzt. Und zwar nicht, weil er nicht existiert, sondern weil viele der zahllosen Erfahrungen zu diesem Thema aus der Blüte­zeit der Laufwerk-Wandler-Gespanne in den 90er Jahren stammen. Die damals verwendeten DAC-Chips reagierten empfindlicher auf Ungenauigkeiten im Datenstrom als heutige Exemplare, die gezielt nicht nur auf beste Rausch- und Klirrwerte optimiert wurden, sondern auch eine gewisse Anspruchslosigkeit gegenüber der Taktstabilität anerzogen ­bekamen.

Auch heute ist es aber noch möglich, DACs mit besonders unpräzisen Datenströmen aus dem Tritt zu bringen. Die erste Generation das Apple Airport Express (nicht die sehr saubere aktuelle!) konnte mit bestimmten Wandlern Probleme bereiten, ebenso manche besonders missratenen DVD-Player.Ein Sneaky DS als Datenquelle „klingt“ dennoch an den meisten Wandlern einen Tick besser als eine Squeezebox oder ein Sonos-Player. Die Unterschiede sind aber zu klein, um etwa ein Wandler-Testergebnis zu beeinflussen.

3. Qual der KabelWahl

Soll ich optische oder Koax-Digitalkabel verwenden? Klingt’s mit teuren Spezialkabeln noch besser?

USB-Kabel, hier das von Pehlbach, können sich auf den Klang des angeschlossenen Wandlers auswirken – warum, ist noch nciht geklärt.
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USB-Kabel, hier das von Pehlbach, können sich auf den Klang des angeschlossenen Wandlers auswirken – warum, ist noch nciht geklärt.

Digitalsignale niedriger Datenrate wie Dolby Digital und CD hat der Autor auch schon erfolgreich mit 20 Meter langen Subwoofer-Beipackkabeln übertragen. Die Datenübertragung ist also robuster als häufig angenommen wird. Für ideale Bedingungen sollte ein Koax-Digitalkabel aber den vorgeschriebenen Wellenwiderstand von 75 Ohm haben und nicht zu lang sein.

Besitzt der Wandler und/oder Zuspieler Koax-Buchsen im BNC-Format, sollte man das Kabel auch so konfektionieren und nicht mit Adaptern arbeiten. BNC ist für Hochfrequenz (und darum handelt es sich bei einem S/PDIF-Signal) besser geeignet als Cinch, diesen Vorteil darf man nicht verspielen.

Die Toslink-Lichtleiterkabel stehen bei Audiophilen in dem Ruf, schlechter zu klingen als Koax – was die AUDIO-Redaktion gerade bei A/V-Receivern auch immer wieder ausprobiert hat und so bestätigen kann. In Einzelfällen kann es aber auch umgekehrt sein: In einem Blindvergleich am Testgerät von Style Audio zog der Autor immer wieder den optischen Eingang vor.

Im Idealfall probiert man einfach beide Kabeltypen aus und entscheidet nach eigenem Gehör. Schwerer als die meist eher winzigen Klangeinflüsse der Digitalkabel wiegt die Tatsache, dass optische Kabel eine elektrische Trennung des Wandlers vom Zuspieler ermöglichen, was Brumm und andere Störungen vermeiden hilft.

4. Bester USB-Klang

Wie bekomme ich am USB-Eingang den besten Klang?

Wer einen USB-Wandler am PC anschließt, bekommt auf ­jeden Fall mehr Klang als von der eingebauten Soundkarte. Insbesondere bei Windows XP (nach wie vor auf 80 Prozent aller PCs) verstecken sich aber einige Klangfeinde in den Tiefen des Betriebssystems, die deutlich hörbare Verschlechterungen bewirken. HiFi-tauglich wird der XP-Rechner erst nach Installation eines ASIO-Treibers (kostenlos ist z. B. der ASIO4all) und der Auswahl dieses Treibers in den Einstellungen des jeweiligen Playerprogramms.

iTunes fällt dafür ganz flach, es besteht auf dem Windows-eigenen Treiber. Im Test wurde Foobar verwendet, das mit ASIO an allen DACs überraschend deutlich besser klang als ohne. Vista und Windows 7 streamen auch ohne Zusatztreiber über USB bitgenau, ebenso Mac OSX – wenn man sich die Mühe macht, in den Midi-Einstellungen die Auflösung manuell auf die des Originals einzustellen.

USB-Kabel wirkten sich im Rahmen des Wandlertests überraschenderweise deutlicher auf die Wiedergabe aus als ihre Koax-Kollegen. AUDIO hat eine Reihe von Beipack- und günstigen Nachkaufkabeln verglichen und empfiehlt das Oehlbach „USB Kabel A/B“, das in 1,5 Meter Länge um 28 Euro kostet und reproduzierbar druckvoller und räumlicher klang. Woher dieser Einfluss kommt, darauf weiß auch AUDIO keine Antwort – das Kabel an sich sieht aus wie jedes andere auch, hat aber etwas sorgfältiger konfektionierte Stecker.

5. DAC statt Vorstufe

Ich würde gern mit dem Digital-Analogwandler direkt an meine Endstufe (oder Aktivboxen) gehen. Was muss ich dabei beachten?

Aktivboxen, besonders Studiomodelle wie die JBL LSR 2325P, besitzen oft nur XLR-Eingänge – ideale Partner für DACs wie den Benchmark (Test in AUDIO 8/10).
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Aktivboxen, besonders Studiomodelle wie die JBL LSR 2325P, besitzen oft nur XLR-Eingänge – ideale Partner für DACs wie den Benchmark (Test in AUDIO 8/10).

Der Wandler muss für den direkten Anschluss auf jeden Fall über eine Lautstärkeregelung verfügen. Außerdem sollten seine Ausgangsstufen genug Spannung liefern und relativ niederohmig sein, um Probleme mit längeren Verbindungskabeln zu vermeiden. Technisch ideal für diesen Zweck war in diesem Test der Benchmark DAC1 USB: Seine XLR-Ausgänge lassen sich mit internen Jumpern perfekt an die Spannungs-Bedürfnisse der angeschlossenen Aktivbox anpassen. Die symme­trische Verkabelung ist zudem immun gegen Brumm- und ­andere Störungen, entsprechende Anschlüsse finden sich an nahezu allen Aktivboxen.

Wer am DAC1 die Fernbedienung vermisst, hat mehrere unterschiedlich edle Optionen: Nutzt man die Pegelanpassung des Wandlers sinnvoll aus, braucht man im Hör-Alltag nur relativ geringe Regelreserven und kann die digitale Lautstärkeregelung, wie sie etwa Sonos und Logi­tech über die Fernbedienung anbieten, ohne klangliche Ein­bußen verwenden. Perfekt wird es mit dem Benchmark DAC1 HDR (1800 Euro), der mit dem DAC1 USB eng verwandt ist, aber zusätzlich noch einen Analogeingang und einen ALPS-Motorpoti zur fernbedienten Lautstärkeregelung bietet.

Der Restek MDAC+ kommt bereits serienmäßig mit Fern­be­dienung und klingt über seine Cinch-Ausgänge auch direkt an der Endstufe sehr gut. Ihm fehlt allerdings die symmetrische Anschluss-Option, über die der Benchmark noch dynamischer und basskräftiger klang. Wer ohne Remote auskommt, kann auch den NuForce Icon HDP direkt an Aktivboxen anschließen. Hier gilt aber, auf klanglich etwas schlankerem, weniger farbstarkem Niveau, ähnliches wie für den Benchmark: In der Praxis kommt man auch hier mit einer Kombination aus analoger Vor-Regelung am DAC und nur im oberen Bereich eingesetzter digitaler Regelung auf Quellenseite sehr gut zurecht.

 
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