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Interview Ayon-Chef Gerhard Hirt über Trioden

Gerhard Hirt von Ayon bevorzugt Röhrenverstärker mit Single-Ended-Trioden. Im Interview erklärt er, warum für ihn Trioden am besten klingen.

stereoplay: Herr Hirt, Sie bauen Röhren mit viel Leistung und Single-Ended- Trioden mit vergleichsweise wenig Leistung. Welche Bauform favorisieren Sie?

Gerhard Hirt: Tatsächlich haben wir auch extrem starke Endstufen mit vielen KT88 pro Kanal. Manche Lautsprecher brauchen einfach Leistung und auch die KT 88 klingen sehr musikalisch. Aber bei Röhren ist es auch wie bei vielen Transistor-Schaltungen: Je stärker sie sind, desto schlechter klingen sie. Aber ich bin von jeher Single-Ended-Trioden-Fan. Seit 1993 bauen und entwickeln wir die Trioden und haben sie mittlerweile auf einem recht hohen Leistungs-Niveau. Trioden – das ist die Königsklasse. Sie klingen so wunderbar holografisch. Und selbst im Bass spielt eine Triode farbiger und authentischer als jede andere Verstärkerform.

stereoplay: Aber es bleibt immer noch die Frage, ob die vergleichsweise wenigen Watt einer Triode ausreichen, oder?

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G. Hirt: Stellt sich die Frage wirklich? Normalerweise hören wir doch im Bereich von 1 bis 2 Watt. In modernen Wohnzimmern mit wenig dämpfender Einrichtung wird sowieso nicht mehr so viel Leistung gebraucht. Und wenn man dann noch ein wenig auf die Lautsprecher-Kombination achtet – also Lautsprecher mit einem Wirkungsgrad oberhalb der 90 Dezibel und einer Impedanz oberhalb 5 Ohm – dann geht das schon sehr gut. Dann sind andere Meriten gefragt – die Stabilität und die Stromlieferfähigkeit etwa. Wir haben bei der AA62B mittlerweile eine Stromlieferfähigkeit von 4 Ampère; die gute, alte 300B kam gerade einmal auf 0,5 Ampère.

Test: Ayon Crossfire III

stereoplay: Teilen Sie die Einschätzung, dass Röhren-Watt nach mehr klingen als Transistor-Watt?

G. Hirt: Ja, tatsächlich. Ich finde, Röhre klingt subjektiv lauter und kraftvoller.

 
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