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Konzert Solisten, Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera, Eric Solén (2010) -

Solisten, Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera, Eric Solén (2010) © Sterling 1090-2 (73:14)

Als einer der prominenten Komponisten des Dritten Reichs war Paul Graener (1872-1944) bislang ein Geächteter. Mittlerweile wissen wir jedoch, dass der Vizepräsident der Reichsmusikkammer bis zuletzt viele jüdische Musiker in Schutz nahm und damit erstaunlich weit kam - mit ein Grund, dass Aufnahmen seiner Musik nunmehr auch als ‚politically correct’ gelten. Sehr anteilnehmend von den Solisten und den Philharmonikern aus Altenburg und Gera unter dem umsichtigen Eric Solén vorgetragen, erweist sich die Musik Graeners als wohlklingendes Hohelied auf vergangene Epochen im Lichte von Spätromantik und Klassizismus. Zweifellos liebte Graener durchaus das Heroische, was im 1939 uraufgeführten „Turmwächterlied“ op. 107 (Variationen auf ein Gedicht Goethes) zu hymnisch nobler und dramatisch kraftvoller Aussprache kommt; dies zweifellos das stärkste, stringenteste Werk der Zusammenstellung.

Seine populärste Schöpfung war „Die Flöte von Sanssouci“ (1929), eine Suite im alten Stil, eine nostalgische Hommage an Friedrich II. Graener war ein sanfter Lyriker, atmosphärisch und kantabel, und er liebte es, seine Kompositionen langsam, leise und introvertiert ausklingen zu lassen. Dem „Turmwächterlied“ verwandt im schwärmerisch schlichten Tonfall, dabei heiterer und lockerer gefügt ist die Wiener Sinfonie op. 110. Graeners Schwanengesang, das postum veröffentlichte Flötenkonzert, knüpft daran in ungebrochen naivem Optimismus an.

Fein gebaute Werke, melodisch einfach und harmonisch gewandt, des Anhörens durchaus wert.

 
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