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OPER Skovhus, Dunaev, Petrenko, Stoyanova, Maximova u. a.; Concertgebouw Orkest, Jansons. Regie: Herheim (2011) -

Skovhus, Dunaev, Petrenko, Stoyanova, Maximova u. a.; Concertgebouw Orkest, Jansons. Regie: Herheim (2011) © Opus Arte BD7100 D (151 Min.)
Ein "Gesamtkunstwerk" in höchster Vollendung: Mariss Jansons und sein Concertgebouw Orkest in Bestform, die von A bis Z großartigen Stimmen und die schlüssige Regie von Stefan Herheim machen diesen (2011 in Amsterdam aufgezeichneten) "Onegin" zum Ereignis.

Herheim erzählt die Geschichte vom Ende her, in Rück- und Vorausblenden, als präzises Psychogramm eines vorhersehbaren Scheiterns. Bühnenbildner Philipp Fürhofer hat einen gläsernen Kubus in die Bühnenmitte gestellt, durch den die Protagonisten von einer Zeitebene in die andere wechseln. Das Spektrum der Bilder und Kostüme reicht vom Folklore-Stil bis zum „sozialistischen Realismus“. Regietheater? Das ja. Doch nie als Selbstzweck, sondern stets dem Stück und der Musik verpflichtet. Die Leidenschaft des Orchesters ist kontrolliert und lässt den Stimmen Raum für die Zeichnung der vokalen Linien: Bo Skovhus ist ein von Anfang an „gebrochener“ Onegin, so wie im dunklen Sopran von Krassimira Stoyanova schon in der ersten Szene Tatjanas späteres Unglück hörbar mitschwingt. Andrej Dunaev ist ein eher aggressiver als verträumter Lensky, als Olga zeigt Elena Maximova mehr Koketterie als Naivität.

Musikalisch der beste, szenisch der spannendste „Eugen Onegin“ seit langem.

 
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