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Mehr als ein Act

Es gibt auch wieder eine Weihnachtsjazz-CD von Nils Landgren. Die inhaltlichen Schwerpunkte des renommierten Münchner Labels ACT zum Ausklang des eigenen 20.Jubiläumsjahrs liegen aber woanders. So erscheint etwa eine Duo-Aufnahme des polnischen Pianisten Leszek Moždžer mit seinem Vorbild Walter Norris aus dem Jahr 2008, die zur letzten dieser 2011 verstorbenen Autorität des Jazzklaviers werden sollte. „The Last Set – Live At The A-Trane“ ist ein berührendes Live-Dokument, dem man die Emphase und die Euphorie des Club-Konzerts anhört. Beide Künstler umkreisen sich, werfen sich Motive zu, die in gemeinsamer Virtuosität aufbranden, variiert werden, Resümees bilden. Ebenfalls Klavier, besser große Pianistik mit Witz, bietet der Finne Iiro Rantala mit „My History Of Jazz“. Geklammert von Bach schlendert er im Quartett (unter anderem mit Geiger Adam Bałdych) mit der für ihn typischen beiläufigen Souveränität durch die Stile, persifliert und kommentiert, verneigt sich, adaptiert. Es ist ein Feuerwerk der Anspielungen, das Rantala noch weiter vorn in der Skala großer Pianisten etabliert. Wolfgang Haffner wiederum ist ein Klangarchitekt. Sein Solo-Album „Heart Of The Matter“ ist Studiokunst auf Fusion-Basis mit vielen Gästen von Till Brönner bis Chuck Loeb und dem sicheren Gespür für die Portion Sphärik, die der Groove verträgt.

 
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