POP/SONGWRITER Joan Armatrading - Starlight
© Hypertension (Soulfood)
Es gibt Künstler, denen hört man auch nach einem Dutzend Platten noch gerne zu. Zu jenen zählt Joan Armatrading: Dass sie, die in den frühen 70er-Jahren ihre Karriere startete und später unverhoffte Single-Hits landete („Drop The Pilot“, „Walk Under Ladders“, „I’m Lucky“), seit einigen Jahren weit weniger im Fokus steht, hört man ihr kein bisschen an. Spielfreude und Positivismus prägen auch ihr neuestes Werk, warmherzig und beseelt agiert die inzwischen 61-Jährige, und wohltuend uneitel. Konzeptionell knüpft „Starlight“ an seine beiden Vorgänger an – nur steht statt dem Zwölftakt-Genre („Into The Blues“, 2007) und dem Rock („This Charming Life“, 2010) diesmal der Jazz im Mittelpunkt. Schlagzeug und Bass wandeln bisweilen auf verschlungenen Pfaden, das Piano streut aparte blue notes ein. Doch natürlich hat die stilkompetente Kosmopolitin viel zu viel Spaß auch an anderen Genres – Abstecher in Reggae, Rock und Pop stehen also auch auf dem Spielplan. Auch produktionstechnisch gibt’s eine Überraschung: Das komplette Instrumentarium spielte die in Sachen Keyboards, Gitarre, Bass und „drum programming“ gleichermaßen versierte Alleskönnerin im Alleingang ein und setzte alles mit ihren Mitstreitern Tim Young (Mastering) und Graham Dickson (Mix) in einem verblüffend dynamischen Mix wieder zusammen – schöne Raumdarstellung und tiefer, gut konturierter Bass inklusive. Man hört also eine Ein-Frau-Kapelle in einer lebhaften, nach einer „richtigen“ Bandproduktion klingenden live-im-Studio-Atmosphäre.
Kompakt
- Künstler:
- Joan Armatrading
- Titel:
- Starlight
- Richtung:
- POP/SONGWRITER
- Medium:
- CD
- Vertrieb:
- Hypertension (Soulfood)
- Musik
- Klang