Dan Berglund
Tonbruket
Es war ein schwarzer Tag für den europäischen Jazz, als der schwedische Pianist Esbjörn Svensson am 14. Juni 2008, gerade mal 44 Jahre alt, bei einem Tauchunfall vor Stockholm ums Leben kam. Mit seiner Combo e.s.t. hatte er zuvor unkonventionelle Brücken zwischen Jazz, Rock und Klassik gebaut, ein neues Publikum auf diese Weise spielerisch an komplexe Jazzimprovisationen herangeführt und dem eher stillen, delikaten Genre des Klaviertrios einen einzigartigen Boom beschert.
Kompakt
Künstler: Dan Berglund
Richtung: Jazz
Vertrieb: ACT (Edel Kultur), CD
Dass e.s.t. eine Energie verströmten, die ihre Zuhörer elektrisierte, und einen Sound von hohem Wiedererkennungswert kultivierten – daran hatten neben Esbjörn Svensson auch seine beiden Partner Dan Berglund und Magnus Öström großen Anteil. Berglund, der Bassmann mit dem markanten Schädel, ist nun der erste der beiden, der nach Svenssons Tod aus der Deckung kommt – mit einem Album, das in keine Schublade passt und doch auch viele alte e.s.t.-Fans erfreuen wird.
„Tonbruket" (mit „Klang-Workshop" oder „Tonfabrik" ließe sich dieser Name ins Deutsche übertragen) ist ein offenes Projekt, in dem Berglund mit drei Freunden an Gitarren (Johan Lindström), diversen Tasteninstrumenten (Martin Hederos) und Drums (Andreas Werliin) unsichtbare Fäden zwischen freiem Jazz und Hardrock, Folk oder Ambient Music knüpft. Ja, es ist geradezu atemberaubend, wie dieses Kaleidoskop unterschiedlichster Stile und Stimmungen, akustischer und elektrischer Sounds zu einem homogenen Ganzen zusammenwächst, auch tontechnisch übrigens. Toleranz wird hier sehr groß geschrieben – und damit musiziert Dan Berglund ganz im Geiste seines verstorbenen einstigen Bandleaders. Anspieltipp: „Wolverine Hoods“.


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