Pop
Charlotte Gainsbourg
IRM
Ein mögliches Vorurteil sollte gleich mal entkräftet werden: Charlotte Gainsbourg ist keine jener Schauspielerinnen, die sich verzweifelt mit einer zusätzlichen Gesangskarriere profilieren wollen. Nein, die 38-Jährige besitzt eine vielseitige Stimme, die vom zarten chansonesken Hauchen bis zur glasklaren Intonation alles kann. Und sie weiß sich als Nicht-Musikerin helfen zu lassen: Ihr 2006er-Album „5.55" war ein geschmackvolles Popalbum – dank Mitstreitern wie Nigel Godrich, Air, Jarvis Cocker und Neil Hannon. Dass sie sich nun für „IRM" an Stilchamäleon Beck wandte, zeigt in gewisser Weise den gehobenen Anspruch, den Gainsbourg an ihre Songs stellt. Denn die Zitatpopmaschine reizt die Möglichkeiten ihrer Stimme noch stärker aus. So darf sie ätherisch über kruden Klangcollagen schweben („IRM“), das verträumte Folkmädchen geben („In The End“) oder sich zur Femme fatale des Bluesrock aufschwingen („Trick Pony“). Und die Rolle der großen Chanson-Diva beherrscht sie sowieso aus dem Eff-Eff. Dazu greift Beck neben ihr mehrmals tief in die Rhythmus-Trickkiste, holt Harfen auf die Bühne, lässt kitschige Streicher auffahren. Aber: Die Hauptrolle auf „IRM" spielt Gainsbourg selbst.
Kompakt
Künstler: Charlotte Gainsbourg
Richtung: Pop
Vertrieb: Warner (Warner)
Und ja, der Vergleich mit Vater Serge ist hier nicht mehr nötig.







