Weltmusik Amarcord Wien, Sebastian Gürtler, Tommaso Huber, Michael Williams, Gerhard Muthspiel -
© Homebase, CD
Im normalen Leben sind sie Profimusiker an der Volksoper Wien. Im Ensemble Amarcord gehen sie andere Wege: Spiellust ist hier wichtiger als Werktreue. Die Combo aus Akkordeon und drei Streichern bewegt sich auf ihrem Weltmusik-Trip derart ideenreich von Wien nach Lateinamerika und wieder zurück, dass es eine Freude ist. Stark, wie die vier Herren Carlos Gardels Tango-Evergreen „Cuando tú no estás“ leise schmachtend beginnen. Überhaupt: Die delikaten Arrangements zeigen subtilen Humor und mitreißenden Spielwitz. So freuen sich die Amarcord-Mannen hörbar, wenn sie aus Jobims Bossa-Nova-Hit „Desafinado“ ungeahnten Walzerschmäh herauskitzeln. Selbst „Général Lavine – eccentric“ klingt hier noch verrückter als im Debussy-Original. Und selten hat man die „Garota de Ipanema“ in derart federndem Pizzikato-Swing vorbeitänzeln hören. Heurigen-Musi, Folk aus Bosnien, Ragtime, Samba: Amarcord präsentiert eine etwas andere Art von Weltmusik – eigenwillig, brillant und hochintelligent arrangiert. Und zuweilen a bisserl weanerisch.