plus Sehr gut ausgestatteter AV-Receiver mit digitalem Anschluss für den iPod
plus OSD-Menüs werden nur analog ausgegeben

Oberklasse
75 Punkte

Community-Bewertung:

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Blu-ray und HD-Ton sind in aller Munde. Mittlerweile müssen selbst AV-Receiver der 400-Euro-Klasse diese Extras beherrschen. Der Pioneer tut das.


Und noch viel mehr: einen iPod steuert der Pioneer per USB-Schnittstelle, das Verbindungskabel ist sogar im Lieferumfang enthalten, was für die Nutzer im Vergleich zur Konkurrenz einen Riesenvorteil bedeutet. Pro Pioneer: Falls das mitgelieferte USB-Kabel einmal nicht greifbar sein sollte, kann man das Original vom iPod benutzen. Weiterer Vorteil der USB-Verbindung: Musikdaten werden digital an den Verstärker geleitet, was die Verluste der D/A-Wandlung im iPod ausschließt. Neben einem USB-Stecker besitzt die mitgelieferte Kabelpeitsche auch Cinch-Anschlüsse zur Bildwiedergabe. Weil der Pioneer das Vi­deosignal nicht wandeln und skalieren kann, wird es allerdings nicht am HDMI-Out, sondern nur an der FBAS-Monitor­buchse bereit gestellt.

Die Musikwiedergabe vom iPod gelingt dem VSX-819 H richtig gut. Leider passt die Mehrheit der Songtitel nicht in das kleine Geräte-Display, so dass die meisten Bezeichnungen als Lauftext dargestellt werden. Wer alle Songinfos sehen möchte, kann sich über YUV-Kabel die Titelnamen auf einem Fernseher anzeigen lassen. Die Analog-Leitung zum TV empfiehlt sich ohnehin, weil das Bildschirmmenü des Pioneer nicht digital über HDMI ausgegeben wird.

Im Test reagierten ein iPod Touch und das iPhone, die AUDIO angeschlossen hatte, mit leichter Verzögerung auf die Befehle der Fernbedienung – das verzeiht man dem VSX-819 H aber gern, weil sein USB-Eingang noch eine Reihe weiterer Vorzüge hat.

Der Receiver akzeptiert darüber MP3-, WMA- oder AAC-Dateien von USB-Sticks, externen Festplatten und beliebigen MP3-Spielern. Doch aufgepasst: Der verwendete Datenträger muss vor dem Aufspielen der Musik-Files am PC mit dem Dateisystem FAT formatiert werden. Das modernere NTFS versteht der Pioneer nicht. Eine 500-GB-Festplatte von Toshiba, einen 2 GB-USB-Stick von SanDisk und einen MP3-Player von Creative erkannte der VSX-819 H so problemlos und spielte die Musik ab.

Zur Erweiterung mit externen Endstufen oder zum Anschluss an einen existieren­den Stereo-Verstärker eignet sich der Pioneer jedoch nicht: Dafür müsste er die Frontkanäle über einen Vorverstärker-Ausgang bereit stellen, und dieser Pre-Out fehlt dem VSX-819 H. 

Kleine Unterschiede auf dem Anschlussfeld: Der Pioneer ist der Einzige im Trio mit analogem Mehrkanaleingang, hat dafür aber eine HDMI-Buchse weniger als die Konkurrenz.

Da die HD-Tonformate in der Einsteiger-Klasse neu sind, zog AUDIO den 600 Euro teuren Panasonic SA-BX 500 aus Heft 2/09 und den Sony STR-DA 2400 (800 Euro, 10/08) zum Vergleich heran.

Der Pioneer klang im direkten Duell mit disen gerade mit Action- Filmen äußerst lebendig. Die Kanonen in „Wir waren Helden“ oder der Absturz des Hubschraubers in „Sahara“ bereiteten den Testern Gänsehaut. Auch das Live-Konzert von der Blu-ray „Peter Gabriel – Solsbury Hill“ klang überzeugend. Was dem VSX-819 H fehlte, war echter Tiefbass. Das AUDIO-Messlabor attestierte ihm sechs Dezibel Abfall bei 40 Hetz. Dies machte sich besonders in Wagners „Lohengrin“ bemerkbar. Der Pioneer bemühte sich, Bühne darzustellen, doch die Tester merkten schnell, dass für die Entwickler imposanter Filmton im Vordergrund gestanden haben muss.

Sedin Mujic
24.08.2009

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