plus Einzigartige Komplettlösung für digitale Musik an der Stereoanlage
plus Spielt keine hochauflösenden Audioformate (24/96, 24/192)

überragend
95 Punkte

Community-Bewertung:

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Seit vier Jahren auf dem Markt und trotzdem nur Insidern bekannt: Der Musikserver ­Hifidelio wird gerne unterschätzt – weil er aussieht wie ein ganz gewöhnlicher CD-Player.


Es gibt sie noch, die wohl vielseitigste Musikzentrale, die je gebaut wurde. Trotz Firmenpleite im Sommer 2007 machte Erfinder Jörg Hermstedt unverdrossen weiter. Sein Hifidelio (AUDIO 2/05) wird inzwischen von der Ebert Multimedia GmbH in Heidelberg vertrieben und sieht auf den ersten Blick aus wie eh und je. Hinter der elegant gerundeten Alufront hat sich jedoch einiges getan. Die Basisversion ist nicht mehr lieferbar. Dafür gibt es die Luxusvariante Hifidelio Pro nun in drei Festplattengrößen – 80, 160 und 500 Gigabyte – wovon letztere vor allem klangbewusste Käufer interessieren dürfte. Bietet sie doch mehr als genug Speicherplatz für Musik im verlustfreien FLAC-Format (Free Lossless Audio Codec). Wer keine 1690 Euro für das große Modell ausgeben will, kann auch mit 160 GB (1390 Euro) oder 80 GB (890 Euro) glücklich werden. Er muss die umfangreichen FLAC-Dateien – ein 4-Minu­ten-Song beansprucht fast 30 Megabyte – nur ins Netzwerk auslagern.

Testbericht: Musikserver Hifidelio ProFoto: J.Winkler, Hersteller
Die Festplatte gibt es wahlweise mit 80, 160 oder 500 GB.

Denn neben seiner Hauptaufgabe als Musikzentrale beherrscht der Hifidelio auch Abrufe von Audiodateien, die anderswo im Haus gespeichert sind. So kann er als UPnP-Client auf die Bliblio­thek eines Windows Media Players am PC zugreifen – oder auf Netzwerk-Festplatten (NAS-Systeme), die ihren eigenen UPnP-Server besitzen. Sogar der Abruf ungeschützter iTunes-Titel ist theo­retisch möglich. Allerdings kam das Testgerät von AUDIO mit der aktuellen iTunes-Version 8 nicht zurecht. Ein Update der Hifidelio-Software soll das Problem demnächst beheben.

Die Verbindung ins Heimnetz stellt der Hifidelio per WLAN her – oder über Ethernet-Buchsen auf seiner Rückseite. Je nach Einstellung im Setup-Menü wird er dabei selbst zur Datendrehscheibe, mit der andere Geräte Kontakt aufnehmen. Oder er hängt wie diese an einem zentralen Router in der Wohnung. Das Ergebnis ist stets dasselbe: Die im Hifidelio gespeicherten Titel können von Notebooks, Media-Receivern, ja selbst einer Playstation 3 abgerufen werden.

Im Gegenzug tauchen andere Server als Audioquellen im Menü des Hifidelio auf. Das geschieht nahezu auto­matisch, nur der Netzwerk-Zugang muss einmal zu Beginn konfiguriert werden. Schnelles Hin-und-her-Schalten zwischen Quellen und Netzwerken mag  der Hifidelio allerdings nicht. Im Test gönnte er sich dabei kurze Denkpausen, brauchte gelegentlich auch einen Neustart. Dass die Hardware kein Supercomputer ist, weiß Jörg Hermstedt nur zu genau: „Wir haben uns bewusst für einen Power-PC mit 333 Megahertz entschieden, damit wir ohne Lüfter auskommen“, erklärt der Entwickler. Die geringe Abwärme des nicht mehr ganz taufrischen Prozessors erlaubt passive Kühlung und damit flüsterleisen Betrieb. Nicht einmal die Festplatte ist aus normalem Abstand zu hören. Das CD-Laufwerk arbeitet minimal lauter, wird in der Regel aber nur zum Einspielen von Musiktiteln benötigt. Die schaufelt der Hifidelio in einem ersten Durchgang auf seine Festplatte, um sie danach ins Wunschformat zu konvertieren. Auch während dieser Zeit lässt man ihn besser in Ruhe, weil die Rechenarbeit seine Reaktionszeiten verlängert. An Aufnahmeformaten stehen FLAC, MP3 und WAV zur Verfügung, wiedergeben kann das Gerät zusätzlich auch AAC- und OGG/Vorbis-Dateien. Die übrige Ausstattungsliste liest sich wie ein Wunschzettel technikbegeisterter AUDIO-Leser (siehe Kasten rechts). Die Tester vermissten nur drei Funktionen: die Wiedergabe hochauflösender Audio­formate, eine bequemere Verwal­tung von Webradio-Stationen, etwa am PC, und die Möglichkeit CD-Informationen übers Internet abzurufen. Die Aktualisierung der Titel­datenbank mit Hilfe von Update-CDs, die kostenpflichtig ins Haus geschickt werden, wirkt etwas antiquiert.

Der Klang des Hifidelio wird seinem Namen gerecht: Im Vergleich mit einem CD-Player der High-End-Klasse schenk­ten sich die Probanden nichts. Der bewährt gute Harman/Kardon HD 970 (AUDIO 10/05) ließ den akusti­schen Raum allenfalls einen Hauch mehr atmen; gab der Stimme von Sabina ­Sciubba („You Don‘t Know What Love Is“, Naim-CD) einen etwas sinnlicheren Schmelz. Doch diese Spur einer Tendenz rechtfertigt keinen Wertungsunterschied. Mit seiner FLAC-Version des CD-Originals erspielte sich der Hifidelio ebenfalls 95 Punkte. Die Wertung mit komprimiertem MP3-Material (192 kbps) fällt naturgemäß etwas niedriger aus, liegt aber immer noch auf gutem Niveau. Und wer mag, kann über einen besseren D/A-Wandler am Digitalausgang den Hifidelio problemlos im Klang tunen.

Frank-Oliver Grün
11.05.2009

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