plus Vorbildlich solide gefertigt, klanglich extrem ausgewogen, im Zweifelsfall lieber etwas zu freundlich.
plus Im Bass nicht ganz das rhythmische Engagement anderer Spitzenplayer.

Referenzklasse
125 Punkte

Community-Bewertung:

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Meistens reicht schon der Name, um Zungen schnalzen zu lassen. Wie gut ist der neue Edel-Player aus dem Hause Accuphase?


Die technischen Grenzen des CD-Formats sollten nach über 20 Jahren eigentlich ausgereizt sein: 44.1 Kilohertz Abtastrate ermöglichen rund 20 Kilohertz Frequenz-Bandbreite, die 16-Bit-Datenworte etwa 65500 unterschiedliche Amplitudenwerte oder 96 Dezibel maximale Dynamik. Wie viel Potenzial hinter den nüchternen Zahlen immer noch steckt, zeigen Geräte wie die Accuphase-Kombi DC-800/DP-801.

Wichtige Elemente des 25000 Euro teuren Laufwerk/Wandler-Gespanns finden sich auch im Komplettplayer DP-500, der für schon etwas freundlichere 5600 Euro zu haben ist und den bewährten DP-67 ablöst. Da wäre als erstes der Antrieb: Statt des alten Sony-Drives steckt nun auch im DP-500 ein Accuphase-Eigenbau. Die Japaner gehören neben Linn und Teac zu den wenigen High Endern, die sich eine solche Fertigungstiefe leisten. Das Laufwerk ist gegenüber dem des DC-800 nur geringfügig abgespeckt und kombiniert eine mechanisch extrem steife Rahmenkonstruktion mit einem leichten, durch Polymerdämpfer entkoppelten Subchassis, das den eigentlichen Laserschlitten trägt.

Referenz-Gene

Stromabwärts, in der D/A-Wandlung, finden sich klare Parallelen beim Grundprinzip, neben deutlichen Unterschieden in dessen Umsetzung. Ersatzlos entfallen kann die komplexe DSP-Arithmetik, die der Referenzwandler SACD-Signalen widmet – der DP-500 spielt ausschließlich CDs. Die Wandlerabteilung dagegen funktioniert genau wie beim Flaggschiff, nur mit halbierter Bauteile-Zahl: Statt acht Wandlerzügen pro Kanal werkeln im DP-500 vier in einer Parallel-Konfiguration, die Accuphase MDS++ nennt. Streng genommen würde schon einer der vier Konverter (PCM-1796 von Texas Instruments) für beide Kanäle ausreichen. Durch die Summierung mehrerer Chips verbessert sich jedoch der Abstand des Nutzsignals von den Störungen und Nichtlinearitäten, die sich jeder noch so gute Wandler leistet. Praktischerweise stellt der DP-500 seine Wandlerabteilung über zwei Dateneingänge auch externen Digitalquellen zur Verfügung: Der optische Input könnte beispielsweise eine schlichte Set-Top-Box in eine höchstwertige (DVB-)Radioquelle verwandeln. Das optische Kabel ist hier deshalb vorzuziehen, weil die elektrisch leitende Verbindung zwischen HiFi- und Sat-Anlage notorisch zur Bildung von Brummschleifen neigt.

Wie klingt „gar nichts“?

Der Koax-Eingang klingt potenziell noch besser, hier könnten DAT- oder MD-Player anbandeln, theoretisch auch ein externes reines CD-Laufwerk. Ob ein solches freilich mehr Klang bringt als das im DP-500 eingebaute, sei dahingestellt: Der Spieler musizierte im AUDIO-Hörraum so perfekt ausgewogen, dass niemand über Tuning nachdenken wollte. Wer sich im Mittelton eine totale, zugleich unaufdringliche Transparenz wünscht, etwa um in der neuen Telarc-Aufnahme des Cherubini-Requiems nicht nur jedem einzelnen Sänger, sondern auch dem im Hintergrund agierenden Orchester mühelos zu folgen, der findet mit dem DP-500 den idealen Partner.

Wer den Accuphase nur mit einer oder zwei seiner Lieblings-CDs hört und ihn dann entweder zu langweilig, zu hell oder auch zu muffig findet, sollte vor einem abschließenden Urteil dringend seine Musikauswahl vergrößern: Als neutralster Player im Testfeld kann der DP-500 weder lahme CDs aufpeppen noch fiese, dünne, aggressive Aufnahmen entschärfen. Wenn überhaupt, lässt sich seine klangliche Signatur als „freundlich“ und minimal rund beschreiben. Seinen großen Bruder DP-78 (130 Punkte) bringt der 500er damit zwar nicht in Bedrängnis, nahezu jeden anderen Komplett-Player aber schon.

Bernhard Rietschel

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